Geschichte

Die Losungen von Freitag, 21 Juni 2024

AT

Du sollst nicht töten. 2. Mose 20,13

NT

Jesus sprach zu seinen Jüngern: Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe. Johannes 15,12

Leben helfen in drei Jahrhunderten

Die Geschichte des Mutterhauses beginnt am 19.10.1890 mit der ­Gründung des »Diakonissenhauses für die Grafschaft Mark und das Siegerland«, deren Diakonissen im Krankenhaus der Ev.-luth. Kirchengemeinde Witten ihren Dienst versehen. Bereits zwei Jahre später, 1892, wird die erste Wittener Diakonisse eingesegnet und entsandt. 1893 folgen der Neubau eines Mutterhauses. Im Evangelische Krankenhaus wird im gleichen Jahr der Bau eines Operationssaales fertiggestellt, 1905 wird ein Erweiterungsbau in Betrieb genommen.

1897errichtet die Stiftung eine Ausbildungsmöglichkeit für Kleinkinderschullehrerinnen (heute: Comenius Berufskolleg), welches 2022 als älteste evangelische Schule in NRW seinen 135. Geburtstag feiern durfte.

Nachdem 1906 zum ersten Mal in Deutschland die Pflegeausbildung gesetzlich geregelt wurde, folgt 1908 mit dem Abschluss der ersten Absolventinnen die staatliche Annerkennung des Bildungsganges zur Krankenpflegerin. Auch diese Ausbildungsstätte wurde bis heute am Evangelischen Krankenhaus Witten fortgeführt.

Aus der Notwendigkeit der Versorgung aus dem aktiven Dienst ausgeschiedener Diakonissen errichtete die Stiftung 1925mit dem »Haus Abendfrieden« (heute: Johanne- Grunhoff - Haus) das erste Feier­abendhaus, welche in den 1970er Jahren für Menschen ausserhalb der Gemeinschaft erweitert und geöffnet wurde.

Bis 1940 gehörten 780 Schwestern der Schwesternschaft an. Sie arbeiten in 17 Krankenhäusern, 155 Gemeindestationen, 76 Kindergärten, 6 Handarbeitsschulen und 12 Pflegehäusern.

Gegen Ende des 2. Weltkrieges wurden Rahmen eines Bombenangriffes am 19.03.1945 85 Prozent der Gebäude zerstört. Diese stellte die Gemeinschaft der Schwestern vor großer Herausvorderungen, denn aus den ebenfalls durch den Krieg beschädigten Arbeitsstätten im Ruhrgebiet, der Grafschaft Mark und dem Siegerland strömten viele Schwestern nach Witten zurück und mussten untergebracht und versorgt werden. Dementsprechend folgte eine lange Phase des Wiederaufbaus der Arbeitsfelder und der Infrastruktur.

In den Jahren danach folgen die Ausbildung zur Häuslichen Krankenpflege (1958), Errichtung des Fachseminars für Altenpflege (1970), der Umzug des Martineums aus Volmarstein ins Mutterhaus (1972), die Umbenennung in »Diakoniewerk Ruhr-Witten«, der Krankenhausneubau (1976) sowie der Bau des Lukas-Zentrums (1976) als Tagungs- und Veranstaltungsgebäude.

Im Jahr 1985 wurde die Konzeption der Diakonissenausbildung mit Beginn der »Diakonisch-theologischen Weiterbildung – Diakonissenausbildung« völlig neu aufgesetzt. Später folgte die Weiterbildung zur "GemeindeSchwester" als Qualifizierungsangebot für diakonisch tätige Frauen in Kirchengemeinden. Diese ist angelehnt an die bekannten "Allrounderinnen" in den zahlreichen Arbeitsfeldern innerhalb von Gemeinden bis zur Einführung der gesetzlichen Pflegeversicherung 1995, die das damalige Gemeindeschwesternmodell auslaufen ließ. Die Bedarfe der Menschen nach Vernetzung und Kontakt in den Gemeinden sind jedoch geblieben und blieben viele Jahre strukturell unbeantwortet. Die Weiterbildung zur GemeindeSchwester gibt seit mehr als einem Jahrzehnt eine Antwort darauf.